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Die Trödel Monika


Eine Geschichte zum Vorlesen für Kleinkinder


Die Geschichte von der Trödel-Monika

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Es war einmal ein kleines Mäderl, das hat Monika geheißen. Die Monika war immer so langsam und hat so getrödelt, daß alle Leute zu ihr "Trödel-Monika" gesagt haben.

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In der Frühe ist sie immer von ihrer Mammi geweckt worden. Aber was hat die Monika gemacht? Rumgedreht hat sie sich und weitergeschlafen.

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Wenn sie sich gewaschen hat, dann hat sie die Seife genommen und hat zuerst lange die Seife gewaschen, obwohl man ja ein Seife nicht waschen soll. Erst dann hat sie ihr Gesicht gewaschen.

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Beim Zähneputzen war es nicht anders. Da hat sie lange die Zahnbürste angeschaut, bevor sie sich damit die Zähne gebürstet hat.

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Und gar beim Fühstück. Wie hat sie da getrödelt. Die Mutter hat ihr immer zwei Marmeladegläser auf den Tisch gestellt. Aber die Trödel-Monika hat die Gläser angeschaut und es hat immer lange gedauert, bis sie etwas auf ihr Brot aufgestrichen hat.

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Nach dem Frühstück sollte sie noch ihre zwei Zöpfe flechten, damit sie gesittet ausschaut. Aber eines Tages war sie so langsam, daß sie nur einen Zopf fertig gebracht hat, sonst wäre sie zu spät in die Schule gekommen. Schaut nur, wie sie ausschaut.

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Eines Tages hat die Monika zu ihrer Mammi gesagt: "Heute freue ich mich auf die Schule. Wir dürfen einen Schulausflug machen. Das Wetter ist ja so schön und das wird sicher lustig. Sicher dürfen wir auch Ballspielen."

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Die Mammi hat gemeint: "Dann beeile Dich, damit Du nicht zu spät kommst."
"Jaja" hat die Monika zur Antwort gegeben. Aber was meint Ihr, liebe Kinder, was die Monika gemacht hat?

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Vor einer Buchhandlung ist sie stehen geblieben und hat die Bilder auf den Büchern angeschaut. Und wie sie dann endlich am Schulhaus war, da ist die Lehrerin mit der Klasse längst schon weg gewesen und die Monika ist an nächsten Tag noch sehr geschimpft worden, weil sie nicht rechtzeitig in der Schule war.

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Einmal hat ihr Vater gesagt: "Monika, beeile Dich. Heute ist Sonntag, da fahren wir mit der Eisenbahn nach Froschhausen zur Oma. Die wird einen großen Kuchen für uns backen. Ziehe Dich schnell an."

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Aber die Trödel-Monika war natürlich so langsam wie immer. Sie ist noch vor ihrer Milch gesessen, wie die Eltern schon zum Weggehen fertig waren. Der Vater hat gerufen: "Monika, der Zug wartet nicht. Schaue auf die Uhr."

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Die Mutter war ärgerlich und hat gesagt: "Wir fahren allein, weil die Monika nicht fertig wird. Die sitzt ja noch beim Frühstück." "Nein, ich komme mit" hat die Trödel-Monika gerufen und hat ihre Milch gar nicht mehr ausgetrunken.

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Sie sind dann auf den Bahnhof geeilt. Der Vater ist vorausgegangen um die Fahrkarten zu kaufen. Aber die Trödel-Monika ist immer weiter zurückgeblieben, denn sie hat in jedes Schaufenster geschaut.

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Die Mutter hat sich umgedreht und hat gerufen: "Monika, Du mußt laufen, denn um acht Uhr fährt der Zug und jetzt ist es schon fünf Minuten vor acht Uhr." Aber der Trödel-Monika war das gleichgültig.

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Da hat sie sogar noch eine Schulfreundin getroffen und sich mit ihr unterhalten und hat zu ihrer Mutter gerufen: "Ich beeile mich ja." Aber sie ist genauso langsam gegangen wie vorher.


Endlich war sie auch am Bahnhof. Aber, oh Schreck. Es war schon zu spät der Zug ist gerade abgefahren. Die Eltern und die Monika haben nur mehr dem Zug nachschauen können..

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Die Mutter war sehr ärgerlich. "Jetzt kommen wir nicht mehr nach Froschhausen und die Oma wartet umsonst auf uns" hat sie gesagt.

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Die Monika hat sehr geweint, weil sie sich so auf den guten Kuchen gefreut hat.

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Einmal war ihr Vetter Peter zu Besuch da. Die Mutter hat eigens einen guten süßen Schokoladenpudding gekocht. Beim Mittagessen, ist die Trödel-Monika vor ihrer Suppe gesessen und hat jeden Löffel angeschaut, bevor sie ihn in den Mund gesteckt hat.

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Die Eltern und der Peter waren mit dem Wiener Schnitzel schon fertig, da hat die Monika immer noch Löffel um Löffel ganz langsam von der Suppe gegessen.

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Der Peter hat sich gedacht: "Die Monika ißt so langsam. Die hat sicher keinen Hunger mehr." Er hat den ganzen Pudding aufgegessen.

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Die Monika ißt furchtbar gerne einen süßen Pudding, aber es war keiner mehr da.

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Eines Tages hat die Familie zum Onkel Franz fahren wollen. Der Onkel Franz wohnt sehr weit weg und man hat in der Hauptstadt in einen anderen Zug umsteigen müssen. Beim Umsteigen hat der Vater gerufen: "Monika, beeile Dich" und die Eltern sind schnell zum anderen Zug gegangen.

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Die Trödel-Monika ist hinterher getrottet. Die Eltern sind eingestiegen, aber die Monika hat im Bahnhof herumgeschaut. Der Vater hat das Zugfenster aufgemacht und hat gerufen: "Monika, steige ein."

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Die Trödelmonika aber ist vor dem Zug gestanden und der Schaffner hat geglaubt, daß sie nicht mitfahren will. Da hat er gepfiffen und der Zug ist losgefahren. "Halt, halt," hat da voll Schrecken die Monika gerufen.

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Es war schon zu spät. Nun ist sie allein auf dem Bahnsteig gestanden, denn die Eltern sind im Zug gesessen. Oh, wie hat da die Trödel-Monika geheult.

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Der Bahnhofsvorstand hat gesagt: "Nun mußt Du hier bleiben, bis Dich Deine Eltern wieder abholen." Einen halben Tag hat die Trödel-Monika auf dem großen Bahnhof gewartet und nur ein Stück Brot hat man ihr zum Mittagessen gegeben.

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Erst am Nachmittag ist sie von den Eltern gefunden worden und der Vater hat gerufen: "Das kommt von Deiner Trödelei." Aber die Monika war froh, daß sie wenigstens wieder bei den lieben Eltern war.

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Einmal hat ihre Mammi gesagt: "Monika, hier hast Du Geld. Laufe schnell zum Kramer Liebmann und kaufe ein Pfund Mehl. Ich möchte heute abend einen Kuchen backen. Und für Dich darfst Du ein Eis kaufen.

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Die Trödel-Monika hat das Geld genommen, aber sie hat sich wie immer furchtbar Zeit gelassen. Immer hat sie in alle Schaufenster geschaut. Wie sie beim Kramer Liebmann war, da war das Geschäft schon geschlossen.

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Natürlich hat sie geweint, weil die Mammi nun keinen Kuchen mehr backen hat können und sie hat auch kein Eis mehr bekommen. Auch der Pappi war sehr ärgerlich.
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Ganz schlimm war es mit dem Aufräumen. Das hat bei ihr immer furchtbar lange gedauert und oft sind ihre Spielsachen kunterbunt im Zimmer herumgelegen. Schaut nur, wie es ausschaut.

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Einmal ist ihre Freundin Lisa zu Besuch gekommen. Aber die Puppe war noch auf dem Boden. Die Lisa ist darübergestolpert und hat sich furchtbar weh getan. "Ich komme nie mehr zu Dir" hat sie gerufen und ist weggelaufen.

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Wie die Trödel-Monika älter geworden ist, da hat sie in einen Tanzkurs gehen dürfen, damit sie das Tanzen lernt. Dort hat sie einen hübschen jungen Mann kennengelernt. Der hat Hans geheißen und hat eine grüne Joppe angehabt.

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Der Hans hat zu ihr gesagt: "Monika, komme morgen um sieben Uhr zur Dorflinde. Ich will mit Dir einen schönen Film ansehen." Aber dann ist der Hans mit einem Blumenstrauß bei der Dorflinde gestanden und hat gewartet.

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Er hat eine halbe Stunde gewartet, aber die Trödel-Monika ist einfach nicht fertig geworden. Wie sie dann bei der Dorflinde war, war der Hans längst heimgegangen und der Blumenstrauß ist am Boden gelegen.

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Wie sich die beiden wieder getroffen haben, da hat der Hans gesagt: "Nein, nein, so ein langsames Mädchen kann ich nicht brauchen. Ich brauche eine Frau, die flink ist und nicht so trödelt." Da war die Monika sehr traurig.

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In der Schule war es ganz schlimm. Ihre Gedanken waren immer woanders und sie hat gar nicht aufgepaßt was die Lehrerin gesagt hat? Wißt Ihr, was passiert ist? Natürlich ist sie zwei Jahre länger auf der Schulbank gesessen als die anderen Kinder.

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Wie endlich die Schuljahre zu Ende waren, da hat der Vater gesagt: "Monika, nun mußt Du etwas lernen. Willst Du das Kochen lernen?" "Ja" hat die Trödel-Monika gerufen, denn sie hat gedacht, daß sie dann besonders gute Sachen zum Essen kriegt.

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Der Vater hat sie in die Lehre in einen Gasthof geschickt. Der Oberkoch hat gesagt: "Schauen wir einmal, wie Du Dich anstellst. Bei uns muß man flink sein."

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Zuerst hat die Monika einen Topf Milch auf den Herd stellen müssen und der Oberkoch hat angeschafft: "Monika, Du mußt aufpassen, daß die Milch nicht überläuft, Ziehe sie rechtzeitig wieder zurück."


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Aber, Ihr könnt Euch schon denken was passiert ist. Natürlich hat die Monika halb geschlafen und vor sich hingeträumt und gar nicht aufgepaßt. Es war ein dichter Rauch in die Küche wie die Milch übergelaufen ist. Der Oberkoch war sehr wütend.


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Bald darauf hat der Oberkoch zur Monika gesagt: "Monika, Du mußt um elf Uhr die Kartoffeln und das Fleisch auf den Herd stellen. Ich muß inzwischen einkaufen." "Jaja" hat die Trödel-Monika gesagt.

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Aber wißt Ihr was die Monika gemacht hat? Dagesessen ist sie und hat die Töpfe angeschaut. Wie dann die Gäste in die Wirtschaft gekommen sind und das Essen bestellt haben, da waren die Kartoffeln noch hart und alles andere war noch nicht gekocht.


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Da hat der Oberkoch gerufen: "Nein, eine Köchin, die nicht flink ist, kann ich nicht brauchen." Nun ist die Monika dagesessen und hat nicht gewußt wie es weitergehen soll.


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Der Vater hat gemeint: "Wir versuchen es einmal in einer Schneiderei, da kann nichts anbrennen." So ist die Monika zur Schneiderin, der Frau Pfannenstiel gekommen.


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In der Schule hat sie schon gelernt wie das Nähen geht und deshalb hat die Frau Pfannenstiel gesagt: "Monika, hier ist das Hochzeitskleid von dem Fräulein von Nagelschön. Da mußt Du nur mehr den Saum nähen und das Kleid zum Fräulein Nagelschön bringen. Ich muß in die Stadt fahren." "Jaja" hat die Trödel-Monika gesagt.


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Natürlich war es wie immer. Die Monika hat so getrödelt, daß das Kleid bis zur Hochzeit nicht fertig war. Die Braut hat in einem alten Pullover in die Kirche gehen müssen. Wie haben sich da die Hochzeitsgäste gewundert.


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Die Frau Pfannenstiel ist am nächsten Tag von der Stadt zurückgekommen und hat erfahren was passiert war. "Nein" hat sie gerufen, "ein Mädchen das so trödelt kann ich als Schneiderin nicht brauchen. Die hat sicher als Kind nicht gelernt, flink zu sein."


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So ist die Monika wieder ohne Verdienst gewesen und nur eine alte Dame hat sie ab und zu brauchen können zum Helfen.


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Nun ist die Trödel-Monika älter und älter geworden, aber es hat sich nichts geändert. Immer war sie so langsam, weil sie als Kind nicht gerlernt hat flink zu arbeiten. Alle Burschen haben gesagt: "Nein nein, so eine Frau kann ich nicht brauchen." Und alle haben sich andere Mädchen gesucht.

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Allmählich ist die Trödel-Monika eine alte Frau geworden und sie ist auf einer Bank gesessen und war sehr traurig.

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Der Herr Pfarrer ist gekommen und hat sie getröstet und hat ihr eine kleine Katze geschenkt, damit sie nicht allein ist und nicht mehr so weinen muß. Aber sonst hat er ihr nicht helfen können.

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Da hat der Herr Pfarrer gesagt: "Sie hat sich als Kind schon das Trödeln angewöhnt. Das ist sehr schlimm. Gott sei Dank sind die anderen Kinder gescheiter."

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