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Inhalt
In den Trümmern
von einem alten Turm hat der Herr Meier ein
altes Buch gefunden. Es hat sich herausgestellt,
daß das ein Zauberbuch war, in dem genau
gestanden ist, wie man einen Zauberstab machen
kann.
Nach langem ist ihm dies gelungen und er hat
sich fortan "HexumHexumpokulus der Große"
geheißen. Leider war er recht böse
und hat immer nur Sachen gezaubert mit denen
er den Leuten geschadet hat oder über die
sie sich geärgert haben. Zum Glück
aber hat beim Zauberstabschneiden nicht alles
so geklappt, wie es in dem Zauberbuch vorgeschrieben
war. Ein
kleines Sternlein hätte nicht am Himmel
sein dürfen. Dadurch hat nämlich der
Zauberstab einige Mängel gehabt. So hat
er immer eine Zeitlang gebraucht, bis ihm wieder
neue Kraft zugewachsen ist und außerdem
hat man nicht ein zweites mal das Gleiche sich
wünschen dürfen.
Und immer, wenn der eitle Mann etwas Gemeines
gezaubert hat, dann ist er selber hereingefallen.
Warum das so war, das wird erst ganz spät
aufgeklärt. Und ganz zum Schluß aber
hat der kleine Balthasar den Zauberstab auch
für recht gute Sachen hergenommen, worüber
der Zauberstab recht glücklich war.
Daraus sieht man, daß es nicht gut ist,
wenn man zu den Mitmenschen so gemein ist wie
der böse Zauberer HemumHexumpokulus.
Inhaltsverzeichnis
Seite Titel
Auf der CD sind die Geschichten 1-7
1 Der Zauberstab
2 Das erste Zaubern
3 Der Geldzauber
4 Der Bub auf dem Baum
5 Der Wolkenbruch
6 Die Kastanienblüten
7 Die Eisenbahn
8 Das Raubtier
9 Balthasar bei Hexumpokulus
10 Der Uhrenzauber
11 Der Müll
12 Das Buch
13 Der Spielgek
14 Die Radiosendung
15 Der Papierdrachen
16 Das Kartenspiel
17 Der Strom
18 Lehrling Fritz
19 Das Fahrrad
20 Grüne Gänse
21 Balthasar beim Film
21 Der Zauberrasen
22 Der Seiltänzer
23 Das Schneegestöber
24 Der Brieftaubenwettbewerb
25 Gift
26 Die Flöhe
27 Geschlossene Türen
28 Der Orden
29 Die Autos
30 Der Kirchturm
31 Die Wespen
32 Der Rausch
33 Balthasar und der Zauberstab
34 Der Rauscht.
35 Bürgermeister
36 Das Erdbeben
37 Später
38 Balthasar mit dem Zauberstab
Leseprobe 1
Es war einmal ein böser
Zauberer. Der hat Hexumpokulus geheißen und
hat in Klein-brummelsbach gewohnt. Die Kinder
sind ihm immer aus dem Weg gegangen seit sie
gewußt haben, daß er zaubern kann.
Der Mann hat meistens ein dickes blaues Halstuch
um den Hals gehabt, grad, als ob er immer Halsweh
gehabt hätte. Auch hat er einen grünen
Hut aufgehabt und eine Brille ist ihm immer
ganz vorne auf der Nase gesessen. Das hat furchtbar
lustig ausgeschaut.
Früher hat er gar nicht zaubern können,
weil er auch keinen Zauberstab gehabt hat. Da
hat er sich auch nicht Hexumpokulus genannt, sondern
er hat Emil Meier geheißen.
Übrigens war er furchtbar eitel. Er hat
gemeint, daß er der beste Zauberer von
der Welt wäre. Aber er war gar kein guter
Zauberer. Sein Zauberstab war nämlich nicht
ganz in Ordnung und darauf kommt es an. Zum
Glück, kann man sagen, war er kein guter
Zauberer, denn er hat immer nur schlimme Sachen
gezaubert oder zaubern wollen.
Aber, wie gesagt, ohne Zauberstab ist überhaupt
nichts möglich. Aber einen Zauberstab zu
machen ist natürlich gar nicht so einfach,
sonst könnte ja jeder einen Zauberstab
machen und damit zaubern. Neinnein, der Zauberstab
von dem Herrn Emil Meier der war zwar auch nur
ein Haselnußstecken. Aber das war natürlich
kein gewöhnlicher Haselnußstecken.
Und nun wollt Ihr sicher wissen, wieso das kein
gewöhnlicher Haselnußstecken war
und was da alles passiert ist. Aber das ist
eine lange Geschichte. Ich will Euch nun alles
der Reihe nach erzählen .
Es hat damit angefangen, daß dieser Herr
Emil Meier nach einem schrecklichen Gewitter
an einem alten Turm bei Kleinbrummelsbach vorbeigegangen
ist. "Nanu" hat er sich gedacht, "der
Turm ist ja eingefallen. Das hat sicher der
Sturm gemacht. Neulich war er doch viel höher
und die Steine sind auch noch nicht am Boden
gelegen." Er hat näher hingesehen
und da war mitten zwischen den Steinen ein altes
Buch. Sicher war das vorher in der eingestürzten
Mauer versteckt. Wie er das Buch aber genommen
und näher angesehen hat, da hat er gemerkt,
daß das ja ein Rezeptbuch für Zauberei
war.
Natürlich hat der Herr Emil Meier das alte
Buch schnell unter seinem Mantel versteckt,
damit es niemand sieht und ist auf dem kürzesten
Weg heimgegangen.
Zuhause hat er lange studieren müssen,
denn die Schrift war schon ganz verblaßt.
Dann aber hat er das gefunden was er gesucht
hat, nämlich die Anleitung wie man einen
Zauberstab macht und wie man damit zaubern kann.
Da ist in dem alten Buch gestanden, daß
man in einer Neumondnacht genau um Mitternacht,
wenn dicke Wolken am Himmel stehn und der Wind
im Kreis herumfährt, einen Haselnußstecken
abschneiden muß. Dazu muß man den
Spruch sprechen:
Bim, bam, bolz,
Haselholz
Du hast Kraft,
daß mans schafft.
Ich schneid Dich ab
als Zauberstab.
Bim, bam, bolz
jetzt bist Du mein Zauberholz.
Wie der Herr Meier das gelesen
hat, da hat er fast einen Freudensprung gemacht
und hat gerufen: "Hurrah, ich werde nun
ein Zauberer und ich werde viele Sachen zaubern
um die Leute zu ärgern. Ich suche gleich
eine Haselnußstaude aus, ich weiß
schon eine am Ortsrand von Kleinbrummelsbach.
Das ist ja ganz einfach" Aber so einfach
war das gar nicht. Wißt Ihr überhaupt
was eine Neumondnacht ist? Nein? Nun, Ihr wißt
ja, daß der Mond erst eine Sichel ist
und dann immer größer und größer
wird bis man ihn als großen runden Vollmond
bewundern kann. Aber dann wird er ja jeden Tag
kleiner und kleiner bis eines nachts überhaupt
kein Mond mehr am nächtlichen Himmel zu
sehen ist. Nicht einmal die kleinste Mondsichel
ist dann zu entdecken. Und diese Nacht ganz
ohne Mond, das ist eine Neumondnacht. Aber so
eine Neumondnacht ist nur einmal in jedem Monat.
Lange hat also der Herr Meier warten müssen.
Schon ganz nervös ist er geworden, denn
einmal waren in einer solchen Neumondnacht keine
Wolken da oder der Wind ist nicht im Kreis herumgefahren.
Immer wieder hat er einen ganzen Monat lang
warten müssen bis wieder eine Neumondnacht
war und dann hat immer etwas anderes nicht gestimmt
und hat nicht zu dem Zauberspruch gepaßt.
Aber einmal im Herbst in so einer Neumondnacht
da hat es schon tagsüber geregnet, dicke
Wolken waren am Himmel und der Wind ist im Kreis
herumgefahren und hat das welke Laub emporgewirbelt.
Da hat sich der Mann gedacht: "Heute muß
es gelingen, heute paßt alles. Hoffentlich
sind um Mitternacht genauso viele Wolken da
und hoffentlich fährt dann auch noch der
Wind im Kreis herum."
Er hat Glück gehabt, denn es war alles
wie es im Zauberbuch gestanden ist. Er hat also
lange vor Mitternacht seinen grünen Hut
aufgesetzt und sein blaues Halstuch umgebunden.
Natürlich hat er auch seinen Mantel angezogen,
denn es hat geregnet und war kalt. Dann hat
er seine Haustüre zugesperrt und hat sich
auf den Weg gemacht. Es war stockfinster, denn
kein Licht von einem Mond oder von einem Stern
ist durch die dichten Wolken gedrungen. Er hätte
bestimmt in dieser Finsternis die Haselnußstaude
nicht gefunden, wenn er den Weg nicht so gut
gekannt hätte. Ganz aufgeregt war er und
er hat es kaum erwarten können, bis vom
Kleinbrummelsbacher Kirchturm die Mitternachtsstunde
schlägt.
Endlich hat er von Ferne die zwölf Glockenschläge
gehört. Da hat er sein Taschenmesser genommen
und hat einen Zweig aus der Staude herausgeschnitten.
Und dazu hat er den Spruch gesagt:
"Bim, bam, bolz,
Zauberholz
Du hast Kraft,
daß mans schafft.
Ich schneid Dich ab
als Zauberstab.
Bim, bam, bolz
jetzt bist Du mein Zauberholz."
Aber gerade wie er den letzten
Satz gesprochen hat, eigentlich erst wie er
das letzte Wort gesprochen hat, da hat der Wind
ein Loch in die Wolkendecke gewirbelt und ein
winzig kleines Sternlein hat heruntergeleuchtet.
Und was meint Ihr, liebe Kinder, was jetzt passiert
ist? Der Haselnußstecken in seiner Hand
hat auf einmal zu sprechen angefangen und ganz
deutlich hat der Mann gehört:
"Trumb, tromb, trab,
ich bin ein Zauberstab,
doch warn die Wolken nicht ganz dicht
ein Zweites, Gleiches tu ich nicht.
Und, solltest Du Dich trotzdem traun
so werde ich Dich arg verhaun.
Und alles will ich auch nicht tun,
ich will nach jedem Zaubern ruhn.
Wozu ich noch geraten hab:
Mach keinen zweiten Zauberstab,
denn sollte das einmal geschehn
dann würde es Dir schlecht ergehn.
Trumb, tromb, trab."
"Nun" hat der Herr
Meier gesagt, "wenn Du auch nie ein zweites
mal das gleiche tust, dann werde ich eben aufpassen,
damit Du mich nicht verprügelst. und wenn
Du nicht so kräftig bist, dann ist das
auch nicht schlimm und einen zweiten Zauberstab
will ich ja auch nicht machen. Aber die Hauptsache
ist, daß Du ein Zauberstab bist. Das weitere
wird sich schon geben."
Da ist nun also der Mann in der finsteren Nacht
neben der Haselnußstaude gestanden. Der
Wind hat noch immer geheult und ist im Kreis
herumgefahren und es hat wieder stärker
zu regnen angefangen und es war recht kalt.
Das kleine Sternlein war längst wieder
hinter dicken Wolken verschwunden.
Natürlich hat der Herr Meier schrecklich
gefroren und er hat sich gedacht: "Ach
Gott, wenn ich jetzt nur schon zuhause wäre.
Da ist es schön warm."
Aber dann hat er sich überlegt: "Ich
könnte doch gleich ausprobieren, ob der
Stecken wirklich eine Zauberkraft hat."
Und nun, liebe Kinder, wollt Ihr sicher wissen
wie das weitergegangen ist. Aber das erzähle
ich Euch erst im nächsten Kapitel. Da hat
er nämlich wirklich zu zaubern angefangen.
Und nun wirds Zeit zum Schlafengehen. Deckt
Euch schön zu und träumt was Schönes
Gute Nacht.
Leseprobe 2
Eines Tages hat der kleine Balthasar zum bösen
Zauberer Hexumpokulus gesagt: "Herr Hexumpokulus,
haben Sie schon gehört, daß vielleicht
in Kleinbrummelsbach ein Film gedreht wird und,
daß Mitwirkende gesucht werden, vor allem
Kinder?"
"So ein Blödsinn" hat der Hexumpokulus
gebrummt.
Aber schon zwei Tage später hat ein Auto
vor dem Garten vom Hexumpokulus gehalten und ein
Mann hat zum Zauberer gerufen: "Sind Sie
der Bürgermeister? Wir sind die Leute vom
Film und wollen sehen, ob wir hier einen Film
drehen können."
Der Zauberer ist an den Gartenzaun gekommen
und hat gesagt: "Nein, der Bürgermeister
bin ich nicht. Der Bürgermeister ist ein
Kamel und hier wohnen nur dumme Leute, die Sie
bestimmt nicht brauchen können. Der einzig
Gescheite bin ich, ich bin Hexumpokulus der Große.
Sicher haben Sie eine Hauptrolle für mich."
Die drei Männer vom Film haben sich angeschaut
und zugeblinzelt und haben gedacht: "Dieser
Kerl ist entweder ein eingebildeter Laffe oder
er ist verrückt."
"Was soll denn in diesem Film vorkommen?"
hat der Zauberer gefragt.
Da hat ihm einer von den Männer den Inhalt
erklärt. Es soll ein Kinderfilm werden
in dem die Kinder von den reichen Leuten einen
armen Buben verspotten, der dann aber die anderen
vor einer großen Gefahr rettet. Damit
soll gezeigt werden, daß es nicht darauf
ankommt, ob die Eltern arm oder reich sind,
sondern, daß der Bub das Herz auf dem
rechten Fleck hat.
"Soso. Aus so einem Blödsinn soll
ein Firm werden" hat der Zauberer gebrummt.
Die Leute vom Film aber haben gar nichts darauf
gesagt.
In diesem Augenblick ist der kleine Balthasar
gekommen und hat gegrüßt und hat
ins Haus gehen wollen.
"Warum hast Du denn Deinen Sonntagsanzug
an" hat der Hexumpokulus sich gewundert.
"Ach" hat der Bub zur Antwort gegeben,
"es hat geheißen, daß heute
die Leute vom Film kommen und Darsteller heraussuchen.
Vielleicht darf ich auch mitspielen."
"Nichtsda" hat der Zauberer gerufen,
"gehe in den Garten und pflanze die Salatpflanzen
ein, die mir die Gänse abgefressen haben."
Der Balthasar ist gegangen, aber er war recht
traurig.
Einer von den Filmleuten aber hat gefragt: "Wer
war denn der nette Bub? Vielleicht können
wir ihn brauchen."
"Neinnein" hat der Hexumpokulus gerufen,
"das ist mein Gehilfe. Der ist zu nichts
zu gebrauchen."
"Das glaube ich nicht" hat ein anderer
gesagt "der Bub hat so aufgeweckt ausgeschaut.
Können Sie ihn nicht herschicken. Wir wollen
mit ihm reden."
Da ist der Hexumpokulus blaß geworden vor Wut,
denn er hat ja dem Buben nicht vergönnt,
daß er in einem Film mitspielt. Aber da
ist ihm plötzlich ein gemeiner Gedanke
gekommen um dem Balthasar die Gelegenheit zu
nehmen.
"Warten Sie" hat er zu den Filmleuten
gesagt "ich schicke Ihnen den Burschen
heraus."
Er ist also ins Haus gegangen, aber nicht nur
um den Balthasar hinauszuschicken, sondern auch
um seinen Zauberstab aus dem Versteck zu holen.
Dann hat er zu dem Buben gesagt: "Geh zu
den Leuten, die wollen mit Dir sprechen. Aber
rede nicht zu lange, weil Du arbeiten mußt."
Dabei hat er ganz zufrieden gelacht.
Dann hat er seinen Zauberstab genommen und hat
gesprochen:
"Zauberstab jetzt
folge mir,
daß der Balthasar dreckig wird und eine
alte Hose und ein zerrissenes Hemd anhat
das wünsche ich mir."
Der Balthasar ist gerade aus
der Tür herausgetreten und hat an den Gartenzaun
gehen wollen, wo die drei Männer auf ihn
gewartet haben, da hat er gemerkt was passiert
ist. Natürlich hat er sofort gewußt,
daß dies der böse Mann gemacht hat.
Am liebsten hätte er geheult. Alle Hoffnung
auf das Mitspielen und auf ein Taschengeld hat
er aufgegeben, denn er hat ja extra seinen Sonntagsanzug
angezogen, damit er einen guten Eindruck macht.
Und nun ist er dagestanden mit einer schmutzigen,
zerrissenen Hose und einem Hemd ohne Knöpfe,
das außerdem Löcher gehabt hat.
"Hier ist dieser Bursche" hat der
Hexumpokulus siegessicher gesagt und hat sich gefreut,
daß er dem armen Buben die Chance verdorben
hat.
Aber einer von den Filmleuten hat gerufen: "Schaut
hin. Ich traue meinen Augen nicht. Das ist ja
der Hauptdarsteller, der den armen Buben macht.
Genau so habe ich ihn mir vorgestellt. Das ist
ja wie ein Wunder. Der Herr Bürgermeister
von Kleinbrummelsbach hat recht gehabt, wie
er geschrieben hat, daß man hier sicher
Darsteller findet."
Und dem Balthasar haben sie gleich die Hand
gedrückt und haben gesagt: "Du wirst
unser Hauptdarsteller. Nächste Woche beginnen
wir mit dem Drehen."
Der Balthasar hat gar nicht gewußt wie
ihm geschieht. Und dann ist er vor Freude in
die Höhe gesprungen und hat "Juhu"
gerufen.
Liebe Kinder, Ihr könnt Euch denken, welche
Wut der böse Zauberer Hexumpokulus wieder einmal
gehabt hat. Aber das war noch nicht alles.
Die drei Herren vom Film haben überlegt:
"Was machen wir denn mit diesem dummen
Menschen, der so unverschämt war."
Da hat einer gerufen: "Ich weiß etwas."
Und wirklich, während man den Film gemacht
hat, sind die Fotografen zum Hexumpokulus gegangen
und einer hat gesagt: "Herr Hexumpokulus, wir
haben nun eine Rolle für Sie in unserem
Film. Bitte stellen Sie sich in Ihren Garten
und breiten Sie die Arme aus."
Der dumme Zauberer hat sich in den Garten, mitten
in sein Gemüsebeet gestellt und hat seine
Arme ausgebreitet.
"Bitte bleiben Sie so" haben die Leute
vom Film gerufen und haben gefilmt wie er dagestanden
ist.
"Danke" haben sie dann gesagt.
"Ist das alles?" hat der Hexumpokulus gerufen
"ich habe geglaubt, ich bekomme eine Hauptrolle
in dem Film."
"Vielleicht später" haben die
Filmleute vertröstet und sind gegangen.
Ein paar Monate später ist ganz groß
in der Zeitung gestanden, daß der Film
in Kleinbrummelsbach zum ersten mal gezeigt
wird.
Es war ein Riesenandrang an diesem Tag, der
Saal war gedrängt voll, auch der Herr Landrat
war da und der Herr Schulrat und die Lehrkräfte
aus dem ganzen Umkreis. Auch die Bürgermeister
sind gekommen um den neuen Film zu sehen, denn
es hat geheißen, daß der Film so
gut geworden ist, weil die Mitwirkenden, und
besonders die Kinder von Kleinbrummelsbach so
nett und natürlich gespielt haben. Und
besonders gut, ist in der Zeitung gestanden,
hat der Balthasar als Hauptdarsteller gespielt.
Die Kleinbummelsbacher waren natürlich
riesig neugierig und auch der Zauberer Hexumpokulus
hat sich gedacht: "Ich habe ja auch mitgewirkt
in dem Film. Sicher war es eine wichtige Rolle.
Ich muß mir den Film auch anschauen."
Er ist also auch hingegangen. Aber dann hat
er plötzlich eine furchtbare Wut gekriegt.
Liebe Kinder, wißt Ihr warum? Stellt Euch
das einmal vor:
Da ist in dem Film eine Szene vorgekommen wo
ein kleines Mädchen, es war die Hohenleitner
Annemarie, gerufen hat: "kommt mit, wir
brauchen eine Vogelscheuche". Da hat man
gesehen, wie die Kinder gelaufen sind und dann
hat man den bösen Zauberer ganz groß
auf der Leinwand betrachten können, wie
er dagestanden ist mit ausgebreiteten Armen
als Vogelscheuche.
Ach Gott, wie haben die Leute da gelacht. Der
Herr Landrat hat so laut gelacht, daß
er einen ganz roten Kopf bekommen hat und die
Frau vom Bürgermeister hat gleich husten
müssen vor Lachen.
Nur der böse Zauberer Hexumpokulus ist aufgesprungen
und hat geschrien "so eine Frechheit"
und hat seinen grünen Hut genommen und
ist aus dem Saal gerannt.
Am nächsten Tag hat ein Reporter im Großbrummelsbacher
Tageblatt geschrieben, er hätte noch nie
einen Mann gesehen, der so dumm dreingeschaut
hat wie diese Vogelscheuche im Film.
Der Balthasar aber hat so viel Geld bekommen,
daß er nicht nur seiner lieben Mutter
eine Tasche und seinem Vater eine neue Joppe
kaufen hat können, sondern noch einen Haufen
auf sein Sparbuch einbezahlt hat.
Nun, liebe Kinder, könnt Ihr träumen,
daß Ihr auch in einem Film oder in einem
Theater mitspielt , aber möglichst nicht
mit einer zerrissenen Hose und einem schmutzigen
Hemd, sondern nett und sauber angezogen.
Im nächsten Kapitel erzähle ich Euch
dann, wie der böse Zauberer Hexumpokulus im
Schloß Liebenau den grünen Rasen
verzaubert hat. Und nun, Gute Nacht.
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