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Die Geschichten vom bösen Zauberer HexumHexumpokulus


Heitere Geschichten für Kinder (und für Erwachsene)

CD (Preis 10.- Euro)


 

 

In den Trümmern von einem alten Turm hat der Herr Meier ein altes Buch gefunden. Es hat sich herausgestellt, daß das ein Zauberbuch war, in dem genau gestanden ist, wie man einen Zauberstab machen kann.
Nach langem ist ihm dies gelungen und er hat sich fortan "HexumHexumpokulus der Große" geheißen. Leider war er recht böse und hat immer nur Sachen gezaubert mit denen er den Leuten geschadet hat oder über die sie sich geärgert haben. Zum Glück aber hat beim Zauberstabschneiden nicht alles so geklappt, wie es in dem Zauberbuch vorgeschrieben w
ar. Ein kleines Sternlein hätte nicht am Himmel sein dürfen. Dadurch hat nämlich der Zauberstab einige Mängel gehabt. So hat er immer eine Zeitlang gebraucht, bis ihm wieder neue Kraft zugewachsen ist und außerdem hat man nicht ein zweites mal das Gleiche sich wünschen dürfen.
Und immer, wenn der eitle Mann etwas Gemeines gezaubert hat, dann ist er selber hereingefallen. Warum das so war, das wird erst ganz spät aufgeklärt. Und ganz zum Schluß aber hat der kleine Balthasar den Zauberstab auch für recht gute Sachen hergenommen, worüber der Zauberstab recht glücklich war.
Daraus sieht man, daß es nicht gut ist, wenn man zu den Mitmenschen so gemein ist wie der böse Zauberer HemumHexumpokulus.

Inhaltsverzeichnis

Seite Titel

Auf der CD sind die Geschichten 1-7
1 Der Zauberstab
2 Das erste Zaubern
3 Der Geldzauber
4 Der Bub auf dem Baum
5 Der Wolkenbruch
6 Die Kastanienblüten
7 Die Eisenbahn

8 Das Raubtier
9 Balthasar bei Hexumpokulus
10 Der Uhrenzauber
11 Der Müll
12 Das Buch
13 Der Spielgek
14 Die Radiosendung
15 Der Papierdrachen
16 Das Kartenspiel
17 Der Strom
18 Lehrling Fritz
19 Das Fahrrad
20 Grüne Gänse
21 Balthasar beim Film
21 Der Zauberrasen
22 Der Seiltänzer
23 Das Schneegestöber
24 Der Brieftaubenwettbewerb
25 Gift
26 Die Flöhe
27 Geschlossene Türen
28 Der Orden
29 Die Autos
30 Der Kirchturm
31 Die Wespen
32 Der Rausch
33 Balthasar und der Zauberstab
34 Der Rauscht.
35 Bürgermeister
36 Das Erdbeben
37 Später
38 Balthasar mit dem Zauberstab


Leseprobe 1

Es war einmal ein böser Zauberer. Der hat Hexumpokulus geheißen und hat in Klein-brummelsbach gewohnt. Die Kinder sind ihm immer aus dem Weg gegangen seit sie gewußt haben, daß er zaubern kann.
Der Mann hat meistens ein dickes blaues Halstuch um den Hals gehabt, grad, als ob er immer Halsweh gehabt hätte. Auch hat er einen grünen Hut aufgehabt und eine Brille ist ihm immer ganz vorne auf der Nase gesessen. Das hat furchtbar lustig ausgeschaut.
Früher hat er gar nicht zaubern können, weil er auch keinen Zauberstab gehabt hat. Da hat er sich auch nicht Hexumpokulus genannt, sondern er hat Emil Meier geheißen.
Übrigens war er furchtbar eitel. Er hat gemeint, daß er der beste Zauberer von der Welt wäre. Aber er war gar kein guter Zauberer. Sein Zauberstab war nämlich nicht ganz in Ordnung und darauf kommt es an. Zum Glück, kann man sagen, war er kein guter Zauberer, denn er hat immer nur schlimme Sachen gezaubert oder zaubern wollen.
Aber, wie gesagt, ohne Zauberstab ist überhaupt nichts möglich. Aber einen Zauberstab zu machen ist natürlich gar nicht so einfach, sonst könnte ja jeder einen Zauberstab machen und damit zaubern. Neinnein, der Zauberstab von dem Herrn Emil Meier der war zwar auch nur ein Haselnußstecken. Aber das war natürlich kein gewöhnlicher Haselnußstecken.
Und nun wollt Ihr sicher wissen, wieso das kein gewöhnlicher Haselnußstecken war und was da alles passiert ist. Aber das ist eine lange Geschichte. Ich will Euch nun alles der Reihe nach erzählen .
Es hat damit angefangen, daß dieser Herr Emil Meier nach einem schrecklichen Gewitter an einem alten Turm bei Kleinbrummelsbach vorbeigegangen ist. "Nanu" hat er sich gedacht, "der Turm ist ja eingefallen. Das hat sicher der Sturm gemacht. Neulich war er doch viel höher und die Steine sind auch noch nicht am Boden gelegen." Er hat näher hingesehen und da war mitten zwischen den Steinen ein altes Buch. Sicher war das vorher in der eingestürzten Mauer versteckt. Wie er das Buch aber genommen und näher angesehen hat, da hat er gemerkt, daß das ja ein Rezeptbuch für Zauberei war.
Natürlich hat der Herr Emil Meier das alte Buch schnell unter seinem Mantel versteckt, damit es niemand sieht und ist auf dem kürzesten Weg heimgegangen.
Zuhause hat er lange studieren müssen, denn die Schrift war schon ganz verblaßt. Dann aber hat er das gefunden was er gesucht hat, nämlich die Anleitung wie man einen Zauberstab macht und wie man damit zaubern kann.
Da ist in dem alten Buch gestanden, daß man in einer Neumondnacht genau um Mitternacht, wenn dicke Wolken am Himmel stehn und der Wind im Kreis herumfährt, einen Haselnußstecken abschneiden muß. Dazu muß man den Spruch sprechen:
Bim, bam, bolz,
Haselholz
Du hast Kraft,
daß mans schafft.
Ich schneid Dich ab
als Zauberstab.
Bim, bam, bolz
jetzt bist Du mein Zauberholz.

Wie der Herr Meier das gelesen hat, da hat er fast einen Freudensprung gemacht und hat gerufen: "Hurrah, ich werde nun ein Zauberer und ich werde viele Sachen zaubern um die Leute zu ärgern. Ich suche gleich eine Haselnußstaude aus, ich weiß schon eine am Ortsrand von Kleinbrummelsbach. Das ist ja ganz einfach" Aber so einfach war das gar nicht. Wißt Ihr überhaupt was eine Neumondnacht ist? Nein? Nun, Ihr wißt ja, daß der Mond erst eine Sichel ist und dann immer größer und größer wird bis man ihn als großen runden Vollmond bewundern kann. Aber dann wird er ja jeden Tag kleiner und kleiner bis eines nachts überhaupt kein Mond mehr am nächtlichen Himmel zu sehen ist. Nicht einmal die kleinste Mondsichel ist dann zu entdecken. Und diese Nacht ganz ohne Mond, das ist eine Neumondnacht. Aber so eine Neumondnacht ist nur einmal in jedem Monat.
Lange hat also der Herr Meier warten müssen. Schon ganz nervös ist er geworden, denn einmal waren in einer solchen Neumondnacht keine Wolken da oder der Wind ist nicht im Kreis herumgefahren. Immer wieder hat er einen ganzen Monat lang warten müssen bis wieder eine Neumondnacht war und dann hat immer etwas anderes nicht gestimmt und hat nicht zu dem Zauberspruch gepaßt.
Aber einmal im Herbst in so einer Neumondnacht da hat es schon tagsüber geregnet, dicke Wolken waren am Himmel und der Wind ist im Kreis herumgefahren und hat das welke Laub emporgewirbelt. Da hat sich der Mann gedacht: "Heute muß es gelingen, heute paßt alles. Hoffentlich sind um Mitternacht genauso viele Wolken da und hoffentlich fährt dann auch noch der Wind im Kreis herum."
Er hat Glück gehabt, denn es war alles wie es im Zauberbuch gestanden ist. Er hat also lange vor Mitternacht seinen grünen Hut aufgesetzt und sein blaues Halstuch umgebunden. Natürlich hat er auch seinen Mantel angezogen, denn es hat geregnet und war kalt. Dann hat er seine Haustüre zugesperrt und hat sich auf den Weg gemacht. Es war stockfinster, denn kein Licht von einem Mond oder von einem Stern ist durch die dichten Wolken gedrungen. Er hätte bestimmt in dieser Finsternis die Haselnußstaude nicht gefunden, wenn er den Weg nicht so gut gekannt hätte. Ganz aufgeregt war er und er hat es kaum erwarten können, bis vom Kleinbrummelsbacher Kirchturm die Mitternachtsstunde schlägt.
Endlich hat er von Ferne die zwölf Glockenschläge gehört. Da hat er sein Taschenmesser genommen und hat einen Zweig aus der Staude herausgeschnitten. Und dazu hat er den Spruch gesagt:

"Bim, bam, bolz,
Zauberholz
Du hast Kraft,
daß mans schafft.
Ich schneid Dich ab
als Zauberstab.
Bim, bam, bolz
jetzt bist Du mein Zauberholz."

Aber gerade wie er den letzten Satz gesprochen hat, eigentlich erst wie er das letzte Wort gesprochen hat, da hat der Wind ein Loch in die Wolkendecke gewirbelt und ein winzig kleines Sternlein hat heruntergeleuchtet.
Und was meint Ihr, liebe Kinder, was jetzt passiert ist? Der Haselnußstecken in seiner Hand hat auf einmal zu sprechen angefangen und ganz deutlich hat der Mann gehört:

"Trumb, tromb, trab,
ich bin ein Zauberstab,
doch warn die Wolken nicht ganz dicht
ein Zweites, Gleiches tu ich nicht.
Und, solltest Du Dich trotzdem traun
so werde ich Dich arg verhaun.
Und alles will ich auch nicht tun,
ich will nach jedem Zaubern ruhn.
Wozu ich noch geraten hab:
Mach keinen zweiten Zauberstab,
denn sollte das einmal geschehn
dann würde es Dir schlecht ergehn.
Trumb, tromb, trab."

"Nun" hat der Herr Meier gesagt, "wenn Du auch nie ein zweites mal das gleiche tust, dann werde ich eben aufpassen, damit Du mich nicht verprügelst. und wenn Du nicht so kräftig bist, dann ist das auch nicht schlimm und einen zweiten Zauberstab will ich ja auch nicht machen. Aber die Hauptsache ist, daß Du ein Zauberstab bist. Das weitere wird sich schon geben."
Da ist nun also der Mann in der finsteren Nacht neben der Haselnußstaude gestanden. Der Wind hat noch immer geheult und ist im Kreis herumgefahren und es hat wieder stärker zu regnen angefangen und es war recht kalt. Das kleine Sternlein war längst wieder hinter dicken Wolken verschwunden.
Natürlich hat der Herr Meier schrecklich gefroren und er hat sich gedacht: "Ach Gott, wenn ich jetzt nur schon zuhause wäre. Da ist es schön warm."
Aber dann hat er sich überlegt: "Ich könnte doch gleich ausprobieren, ob der Stecken wirklich eine Zauberkraft hat."
Und nun, liebe Kinder, wollt Ihr sicher wissen wie das weitergegangen ist. Aber das erzähle ich Euch erst im nächsten Kapitel. Da hat er nämlich wirklich zu zaubern angefangen.
Und nun wirds Zeit zum Schlafengehen. Deckt Euch schön zu und träumt was Schönes
Gute Nacht.


Eines Tages hat der kleine Balthasar zum bösen Zauberer Hexumpokulus gesagt: "Herr Hexumpokulus, haben Sie schon gehört, daß vielleicht in Kleinbrummelsbach ein Film gedreht wird und, daß Mitwirkende gesucht werden, vor allem Kinder?"
"So ein Blödsinn" hat der Hexumpokulus gebrummt.
Aber schon zwei Tage später hat ein Auto vor dem Garten vom Hexumpokulus gehalten und ein Mann hat zum Zauberer gerufen: "Sind Sie der Bürgermeister? Wir sind die Leute vom Film und wollen sehen, ob wir hier einen Film drehen können."
Der Zauberer ist an den Gartenzaun gekommen und hat gesagt: "Nein, der Bürgermeister bin ich nicht. Der Bürgermeister ist ein Kamel und hier wohnen nur dumme Leute, die Sie bestimmt nicht brauchen können. Der einzig Gescheite bin ich, ich bin Hexumpokulus der Große. Sicher haben Sie eine Hauptrolle für mich."
Die drei Männer vom Film haben sich angeschaut und zugeblinzelt und haben gedacht: "Dieser Kerl ist entweder ein eingebildeter Laffe oder er ist verrückt."
"Was soll denn in diesem Film vorkommen?" hat der Zauberer gefragt.
Da hat ihm einer von den Männer den Inhalt erklärt. Es soll ein Kinderfilm werden in dem die Kinder von den reichen Leuten einen armen Buben verspotten, der dann aber die anderen vor einer großen Gefahr rettet. Damit soll gezeigt werden, daß es nicht darauf ankommt, ob die Eltern arm oder reich sind, sondern, daß der Bub das Herz auf dem rechten Fleck hat.
"Soso. Aus so einem Blödsinn soll ein Firm werden" hat der Zauberer gebrummt.
Die Leute vom Film aber haben gar nichts darauf gesagt.
In diesem Augenblick ist der kleine Balthasar gekommen und hat gegrüßt und hat ins Haus gehen wollen.
"Warum hast Du denn Deinen Sonntagsanzug an" hat der Hexumpokulus sich gewundert.
"Ach" hat der Bub zur Antwort gegeben, "es hat geheißen, daß heute die Leute vom Film kommen und Darsteller heraussuchen. Vielleicht darf ich auch mitspielen."
"Nichtsda" hat der Zauberer gerufen, "gehe in den Garten und pflanze die Salatpflanzen ein, die mir die Gänse abgefressen haben."
Der Balthasar ist gegangen, aber er war recht traurig.
Einer von den Filmleuten aber hat gefragt: "Wer war denn der nette Bub? Vielleicht können wir ihn brauchen."
"Neinnein" hat der Hexumpokulus gerufen, "das ist mein Gehilfe. Der ist zu nichts zu gebrauchen."
"Das glaube ich nicht" hat ein anderer gesagt "der Bub hat so aufgeweckt ausgeschaut. Können Sie ihn nicht herschicken. Wir wollen mit ihm reden."
Da ist der Hexumpokulus blaß geworden vor Wut, denn er hat ja dem Buben nicht vergönnt, daß er in einem Film mitspielt. Aber da ist ihm plötzlich ein gemeiner Gedanke gekommen um dem Balthasar die Gelegenheit zu nehmen.
"Warten Sie" hat er zu den Filmleuten gesagt "ich schicke Ihnen den Burschen heraus."
Er ist also ins Haus gegangen, aber nicht nur um den Balthasar hinauszuschicken, sondern auch um seinen Zauberstab aus dem Versteck zu holen. Dann hat er zu dem Buben gesagt: "Geh zu den Leuten, die wollen mit Dir sprechen. Aber rede nicht zu lange, weil Du arbeiten mußt." Dabei hat er ganz zufrieden gelacht.
Dann hat er seinen Zauberstab genommen und hat gesprochen:

"Zauberstab jetzt folge mir,
daß der Balthasar dreckig wird und eine alte Hose und ein zerrissenes Hemd anhat
das wünsche ich mir."

Der Balthasar ist gerade aus der Tür herausgetreten und hat an den Gartenzaun gehen wollen, wo die drei Männer auf ihn gewartet haben, da hat er gemerkt was passiert ist. Natürlich hat er sofort gewußt, daß dies der böse Mann gemacht hat. Am liebsten hätte er geheult. Alle Hoffnung auf das Mitspielen und auf ein Taschengeld hat er aufgegeben, denn er hat ja extra seinen Sonntagsanzug angezogen, damit er einen guten Eindruck macht. Und nun ist er dagestanden mit einer schmutzigen, zerrissenen Hose und einem Hemd ohne Knöpfe, das außerdem Löcher gehabt hat.
"Hier ist dieser Bursche" hat der Hexumpokulus siegessicher gesagt und hat sich gefreut, daß er dem armen Buben die Chance verdorben hat.
Aber einer von den Filmleuten hat gerufen: "Schaut hin. Ich traue meinen Augen nicht. Das ist ja der Hauptdarsteller, der den armen Buben macht. Genau so habe ich ihn mir vorgestellt. Das ist ja wie ein Wunder. Der Herr Bürgermeister von Kleinbrummelsbach hat recht gehabt, wie er geschrieben hat, daß man hier sicher Darsteller findet."
Und dem Balthasar haben sie gleich die Hand gedrückt und haben gesagt: "Du wirst unser Hauptdarsteller. Nächste Woche beginnen wir mit dem Drehen."
Der Balthasar hat gar nicht gewußt wie ihm geschieht. Und dann ist er vor Freude in die Höhe gesprungen und hat "Juhu" gerufen.
Liebe Kinder, Ihr könnt Euch denken, welche Wut der böse Zauberer Hexumpokulus wieder einmal gehabt hat. Aber das war noch nicht alles.
Die drei Herren vom Film haben überlegt: "Was machen wir denn mit diesem dummen Menschen, der so unverschämt war."
Da hat einer gerufen: "Ich weiß etwas."
Und wirklich, während man den Film gemacht hat, sind die Fotografen zum Hexumpokulus gegangen und einer hat gesagt: "Herr Hexumpokulus, wir haben nun eine Rolle für Sie in unserem Film. Bitte stellen Sie sich in Ihren Garten und breiten Sie die Arme aus."
Der dumme Zauberer hat sich in den Garten, mitten in sein Gemüsebeet gestellt und hat seine Arme ausgebreitet.
"Bitte bleiben Sie so" haben die Leute vom Film gerufen und haben gefilmt wie er dagestanden ist.
"Danke" haben sie dann gesagt.
"Ist das alles?" hat der Hexumpokulus gerufen "ich habe geglaubt, ich bekomme eine Hauptrolle in dem Film."
"Vielleicht später" haben die Filmleute vertröstet und sind gegangen.
Ein paar Monate später ist ganz groß in der Zeitung gestanden, daß der Film in Kleinbrummelsbach zum ersten mal gezeigt wird.
Es war ein Riesenandrang an diesem Tag, der Saal war gedrängt voll, auch der Herr Landrat war da und der Herr Schulrat und die Lehrkräfte aus dem ganzen Umkreis. Auch die Bürgermeister sind gekommen um den neuen Film zu sehen, denn es hat geheißen, daß der Film so gut geworden ist, weil die Mitwirkenden, und besonders die Kinder von Kleinbrummelsbach so nett und natürlich gespielt haben. Und besonders gut, ist in der Zeitung gestanden, hat der Balthasar als Hauptdarsteller gespielt.
Die Kleinbummelsbacher waren natürlich riesig neugierig und auch der Zauberer Hexumpokulus hat sich gedacht: "Ich habe ja auch mitgewirkt in dem Film. Sicher war es eine wichtige Rolle. Ich muß mir den Film auch anschauen."
Er ist also auch hingegangen. Aber dann hat er plötzlich eine furchtbare Wut gekriegt. Liebe Kinder, wißt Ihr warum? Stellt Euch das einmal vor:
Da ist in dem Film eine Szene vorgekommen wo ein kleines Mädchen, es war die Hohenleitner Annemarie, gerufen hat: "kommt mit, wir brauchen eine Vogelscheuche". Da hat man gesehen, wie die Kinder gelaufen sind und dann hat man den bösen Zauberer ganz groß auf der Leinwand betrachten können, wie er dagestanden ist mit ausgebreiteten Armen als Vogelscheuche.
Ach Gott, wie haben die Leute da gelacht. Der Herr Landrat hat so laut gelacht, daß er einen ganz roten Kopf bekommen hat und die Frau vom Bürgermeister hat gleich husten müssen vor Lachen.
Nur der böse Zauberer Hexumpokulus ist aufgesprungen und hat geschrien "so eine Frechheit" und hat seinen grünen Hut genommen und ist aus dem Saal gerannt.
Am nächsten Tag hat ein Reporter im Großbrummelsbacher Tageblatt geschrieben, er hätte noch nie einen Mann gesehen, der so dumm dreingeschaut hat wie diese Vogelscheuche im Film.
Der Balthasar aber hat so viel Geld bekommen, daß er nicht nur seiner lieben Mutter eine Tasche und seinem Vater eine neue Joppe kaufen hat können, sondern noch einen Haufen auf sein Sparbuch einbezahlt hat.
Nun, liebe Kinder, könnt Ihr träumen, daß Ihr auch in einem Film oder in einem Theater mitspielt , aber möglichst nicht mit einer zerrissenen Hose und einem schmutzigen Hemd, sondern nett und sauber angezogen.
Im nächsten Kapitel erzähle ich Euch dann, wie der böse Zauberer Hexumpokulus im Schloß Liebenau den grünen Rasen verzaubert hat. Und nun, Gute Nacht.


 
 
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